Inhalt: Online-Marketing, Marketing-Freelancer, Marketing-Agentur, Projektmanagement
Wer das Marketing in seiner Organisation angehen will, steht schnell vor einem Grundsatzentscheid: Macht ein Marketing-Freelancer Sinn? Soll eine Agentur beauftragt werden? Oder lohnt sich der Aufbau eines eigenen In-House-Teams? Ich kenne alle Perspektiven aus eigener Erfahrung – vom In-House-Spezialisten über die Agenturarbeit bis zu meiner heutigen Tätigkeit als Online-Marketing-Freelancer in der Schweiz – und erzähle dir, welches Setup wann sinnvoll ist.
Was zeichnet die Modelle aus?
Vorneweg: Es gibt kein «bestes Modell». Welche Lösung passt, hängt stark von Anforderungen, Zielen und internen Ressourcen ab. Und natürlich ist nicht jeder Freelancer oder jede Agentur gleich. Grundsätzlich lassen sich die Modelle aber so einordnen:
- Marketing-Freelancer: Selbständige Spezialisten mit flexibler Zusammenarbeit.
- Agentur: Ein häufig multidisziplinäres Team, das Projekte ganzheitlich betreut.
- In-House-Team: Mitarbeitende, die dauerhaft Verantwortung tragen und eng im Unternehmen eingebettet sind.
Jedes Modell bringt eigene Vorteile und Grenzen mit – und eignet sich mal besser, mal weniger.
Marketing-Freelancer
Sehr gut geeignet für: Projektbezogene Unterstützung, spezifische Fragestellungen, langfristige Betreuung einzelner Bereiche, kurzfristige & unkomplizierte Einsätze.
Weniger geeignet für: Cross-Channel-Projekte, komplette Grossprojekte, durchgängige strategische Führung des Marketings.
Gerade in der Schweiz sind Marketing-Freelancer oft entweder Expertinnen und Experten in einem spezifischen Bereich oder Teilbereich (SEO-Freelancer, Google-Ads-Freelancer usw.) oder Generalisten, die sich auf ein bestimmtes Kundensegment fokussieren (z.B. B2B-Kunden, KMUs oder E-Commerce). Sie arbeiten oft flexibler als klassische Agenturen, sowohl beim Leistungsumfang als auch in Abstimmung, Tempo und Umsetzung.
Anstatt fixen Paketmodellen, wie sie viele Agenturen anbieten (z. B. standardisierte SEO-Abos), setzen Freelancer häufiger auf individualisierte Leistungen im Boutique-Ansatz: Deine Offerte ist auf deine konkrete Situation zugeschnitten und enthält vielleicht Alternativ- oder Ergänzungsvorschläge, sofern diese fachlich sinnvoll sind. Damit bekommst du sehr passgenaue Unterstützung für klar umrissene Ziele.
Ein wesentlicher Vorteil: Du arbeitest direkt mit der Person, die auch das Angebot erstellt und das Erstgespräch geführt hat. Während in Agenturen häufig Seniors den Kundenkontakt pflegen, aber die operative Arbeit von (mehreren) Juniors übernommen wird, begleitet ein Freelancer den gesamten Prozess selbst.
Gleichzeitig bleibt ein Freelancer aber eine Einzelperson, mit allen damit verbundenen Grenzen. Kapazitäten sind limitiert, kurzfristige Peaks schwieriger abzufangen und Leistungen ausserhalb der eigenen Spezialisierung nur teilweise abdeckbar. Auch die Ausfallsicherheit hängt stärker an einer einzelnen Person.
Marketing-Agentur
Sehr gut geeignet für: Umfangreiche und/oder kanalübergreifende Kampagnen, Markenentwicklung, multidisziplinäre Projekte.
Weniger geeignet für: Kleinere oder punktuelle Projekte, hochspezifische oder -individuelle Aufgabenbereiche, Situationen, in denen besonders speditiver Support gefordert ist.
Der Gegenentwurf zum Marketing-Freelancer ist die klassische Marketing-Agentur. Sie deckt ein breites Kompetenzspektrum ab und kann komplexe Aufgabenpakete von Strategie bis Umsetzung übernehmen: Teams umfassen häufig alles von Text über Social Media bis SEO, Performance und teils sogar Web-Entwicklung oder Mediamatik.
Abläufe und Arbeitspakete sind häufig standardisiert, skalier- und replizierbar. Auch ein klassisches Vier-Augen-Prinzip zu QA-Zwecken ist häufig Teil des Arbeitsumfangs. Das schafft Struktur und Sicherheit, kostet aber Flexibilität und Tempo. Die grössere Teamstruktur und der damit verbundene Overhead werden zudem oft auf der Kostenseite spürbar.
Für einen Corporate Client kann das aber sehr attraktiv sein: Wer seine ganze Internetseite neu aufsetzen möchte, spart sich bei einem Ansprechpartner für alles von Logo-Design bis Tracking Zeit und Nerven. Ein mittelständischer Betrieb, der eine schnelle, kosteneffiziente Kampagne für eine neue Niederlassung braucht, spart sich hingegen wahrscheinlich lieber die Vorlaufzeit, den obligatorischen Persona-Workshop und andere standardisierte Prozessbausteine.
In-House Marketingspezialisten
Sehr gut geeignet für: Strategische Verankerung, laufende Markenführung, interne Koordination, Aufgaben mit starkem Unternehmens-Know-how.
Weniger geeignet für: Hochspezialisierte Themen, ungleichmässige Aufgaben- und Projektlast, Situationen, in denen eine externe Sicht zwingend ist.
In-House-Teams punkten mit etwas, das nie extern eingekauft werden kann: tiefes Marken-, Unternehmens- und Kulturverständnis. Sie kennen die Entscheidungswege und wissen, welche Stakeholder wann ins Boot gehören – ein enormer Mehrwert für konsistente Kommunikation und langfristige Markenführung. Extrem positiv ist, dass ein langjähriger In-House-Spezialist meist genau mit den Aufgabenbereichen wächst, die für das Unternehmen relevant sind.
Bei fortlaufenden Aufgaben wie Social Media, Content oder internen Projekten kann sich ein festes Team zudem schnell rechnen. Wiederkehrende To-Dos lassen sich effizienter abwickeln als über externe Dienstleister, gerade wenn das Aufgabenvolumen stabil bleibt. Und selbst wenn externe Hilfe notwendig ist, sind interne Marketer prädestiniert dafür, externe Dienstleister zu koordinieren, weil sie Bedürfnisse und Prioritäten genau kennen.
Allerdings ist der Aufbau eines starken In-House-Teams in der Schweiz herausfordernd. Rekrutierung ist zeitintensiv, Fachkräfte sind begehrt und die damit verbundenen Fixkosten vergleichsweise hoch. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass mit zunehmender interner Sicht das Gesamtbild ein wenig aus den Augen verloren wird: Wer zu tief im Alltag steckt, übersieht manchmal strukturelle Probleme, die externen Partnern sofort auffallen würden.
Entweder oder…?
Wenn die Entscheidung jetzt schwerfällt, ist das überhaupt kein Problem. Ich kann dir versichern, dass hybride Setups viel häufiger sind als der Entscheid für eine einzige Variante. Für viele Unternehmen liegt in der Kombination so gut wie immer der grösste Nutzen.
Einige meiner Kunden betreiben z. B. ein eigenes In-House-Team, das Content, Social Media und interne Projekte vollständig abdeckt. Von mir lassen sie sich dennoch jedes Quartal ein Reporting mit Massnahmenkatalog erstellen, weil dafür eine externe Perspektive einfach unersetzbaren Mehrwert bringt, den sie dann wiederum selbst umsetzen. Andere Kunden haben eine langfristige Zusammenarbeit mit einer Agentur, die für sie Kampagnen in allen Medien von Plakat bis TikTok umsetzt, kaufen bei mir aber punktuell Unterstützung für das Conversion-Tracking ein, da sie dafür erhöhte technische Anforderungen haben, die nur unregelmässig auftreten und von ihrer Agentur ohne Tracking-Fachkraft nicht effizient lösbar wären. Und sogar als Sparringpartner für Agentur-SEOler während eines Website-Relaunches habe ich schon fungiert.
Kurz gesagt: Es gibt praktisch keine Kombination, die es nicht gibt. Die Kunst liegt darin, genau jene Bausteine auszuwählen, die den eigenen Bedürfnissen entsprechen, statt sich künstlich auf ein Modell festzulegen.
Ein wichtiger Tipp zum Abschluss
Bezeichnungen wie Digital-Marketing-Freelancer, Agentur oder sogar Marketing-Spezialist sind nicht geschützt. Das führt leider dazu, dass sich immer wieder Personen nach einem kurzen Kurs, direkt nach dem Studium oder rein spontan und ohne Erfahrung als Fachkraft positionieren, obwohl sie in Wahrheit noch Junior-Level oder sogar Einstiegsniveau haben. Für Unternehmen endet das oft mit viel verlorener Zeit, verschwendetem Geld und wenig Resultaten.
Darum lohnt es sich, bei jeder Zusammenarbeit genau hinzuschauen: Wie transparent ist der Hintergrund einer Person oder eines Teams? Gibt es Referenzen, Fallbeispiele oder Kundenstimmen? Existieren Inhalte wie Blogartikel oder Fachbeiträge, die Expertise zeigen? Im Erstgespräch darf – und sollte – man kritische Fragen stellen. Seriöse Marketer können sauber begründen, wie sie arbeiten, weshalb sie eine bestimmte Massnahme empfehlen und welche Ergebnisse realistisch sind, idealerweise ohne das Blaue vom Himmel zu versprechen.
Wenn alle Stricke reissen und selbst nach längerer Zusammenarbeit Unsicherheit bleibt, hilft meist ein unabhängiges Audit. Gute Fachleute haben kein Problem damit, dass jemand "Fremdes" ins Konto oder Setup schaut – wer sauber arbeitet, muss nichts verstecken.
Brauchst du jetzt einen Online-Marketing-Freelancer?
Ich hoffe, der Vergleich hat dir geholfen, klarer einzuordnen, welches Setup für deine Organisation am meisten Sinn ergibt. Und falls vielleicht zufällig ein Freelancer (ob als alleinige Lösung oder im hybriden Modell) die passende Ergänzung für dich ist, bist du bereits am richtigen Ort. Als Online-Marketing-Freelancer in der Schweiz unterstütze ich dich gerne bei deinem Vorhaben. Auf meiner Angebotsseite findest du weitere Informationen.